30 Sekunden - Buchtrailer
Mein Buch – Die Geschichte eines Fotos
Im Frühjahr 1984, als die ersten zarten Sonnenstrahlen durch die noch kühle Luft streichen, hält ein fotografischer Moment die Zeit an. Das Bild zeigt meine Eltern, meinen kleinen Bruder und mich in der DDR in unserem kleinen Wohnzimmer. Für uns ist dieser Augenblick nicht einfach nur ein weiterer Frühlingsabend - es sollte mein letzter Abend in einem Land sein, das mir so viel gegeben und auch so viel genommen hatte.Mein Vater, ein Mann von stoischer Ruhe, hat auf dem Foto einen starren Blick, der mehr erzählt als Worte je könnten. In seinen Augen blitzt die Sorge um unsere Zukunft auf, die Verzweiflung über die Umstände, die uns trennen sollten. Neben ihm sitzt meine Mutter, deren Gesicht von tiefer Traurigkeit gezeichnet ist. Ihre Augen spiegeln die Angst wider, die sie empfinden musste – die Angst, ihr Kind gehenzulassen, während sie selbst in der Heimat gefangen blieb.


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Neu erschienen
Von der Plattenbauwohnung ins eigene Heim – gegen alle Widerstände der Planwirtschaft.Dieses Buch erzählt die persönliche und authentische Geschichte, wie meine Familie zwischen 1978 und 1980 in der DDR ein Haus vom Typ „Crottendorf“ baute. Mit viel Eigeninitiative, Improvisationstalent und dem typischen DDR-Erfindergeist.Begleitet von 29 originalen Schwarzweiß-Fotos und 1 Farbfoto aus dieser Zeit wird Schritt für Schritt gezeigt, wie wir mit einfachsten Mitteln, fehlendem Material und gegen bürokratische Hürden unser Eigenheim errichteten.Es handelt sich hier also auch um ein kleines, liebevoll aufbereitetes Zeitdokument.Unter jedem Foto findet sich eine kurze, oft augenzwinkernde Geschichte – gewürzt mit Anekdoten, die jedem „gelernten DDR-Bürger“ bekannt vorkommen werden: von der Materialbeschaffung über nächtliche „Raubzüge“ bis hin zu den kleinen Triumphen, wenn wieder etwas fertig war.Ein kompaktes, bildreiches Zeitzeugnis darüber, wie normale Menschen in der DDR mit eigenen Händen schufen, was der Staat ihnen eigentlich nicht zugestehen wollte.Ein kleines Buch voller Erinnerungen, Nostalgie und dem unerschütterlichen Willen, sich trotz allem ein Stück Eigenes aufzubauen.

Endlich online
Mein neues Buch „Mit eigenen Händen – Unser Hausbau in der DDR“ ist ab sofort überall online erhältlich. Wer mich direkt unterstützen möchte, kann es auch gerne über meinen Shop kaufen ( mit PayPal sicher und schnell).70 Seiten, 29 originale Fotos, viel DDR-Alltag, Erfindergeist und augenzwinkernde Geschichten.Rezensionen auf Amazon sind wie immer höchst Willkommen.Und keine Angst, mein eBook funktioniert auf jedem Reader, hat ja ein Profi gemacht.Vielen herzlichen Dank an alle, die mich auf diesem Weg begleiten!
© 2026 Matthias Härtel. All rights reserved.

Matthias Härtel – Zeitzeuge & DDR Dissident
Geboren 1960 in Görlitz, aufgewachsen in Zwickau. Meine Familie hat in der DDR selbst ein Haus gebaut – etwas, das nicht selbstverständlich war und uns etwas privilegierte.Die DDR war für mich trotzdem kein Paradies und auch kein reines Gefängnis. Es war Alltag mit Mangel, Warteschlangen und Überwachung, aber auch mit Gemeinschaft, den kleinen Freuden und der wohlbekannten Nachbarschaftshilfe.Ich habe erlebt, wie das System funktionierte – und auch wie es Menschen langsam zerbrach.1983 kam der Bruch: Verhaftung und acht Monate Haft in Bautzen. Die Zelle, die Verhöre, die Isolation – das vergisst man nicht.1984 folgte die Ausreise in den Westen nach Bayern, wo ich meine Frau kennenlernte, die ebenfalls in Hoheneck inhaftiert war und wir sind heute noch ein Paar.Die Wende 1989/90 habe ich mit gemischten Gefühlen erlebt. Freude über den Fall der Mauer, aber auch Sorge um die Menschen drüben und Zweifel, ob das neue Deutschland wirklich so frei sein würde, wie versprochen. Heute denke ich, meine Zweifel waren berechtigt.Ich erzähle DDR Geschichte, weil sie nicht vergessen werden darf. Nicht aus Rache, sondern weil Wahrheit die beste Medizin gegen die neue Linke ist.In meinem Buch und in der geplanten Trilogie mit Rolf Schälike versuche ich genau das: nichts beschönigen, nichts verklären, sondern sagen wie es war.
Meine Stasi-Akte: Ein Blick hinter die Kulissen der Überwachung
Wenn du hier gelandet bist, dann sicherlich weil du deine eigene Stasi – Akte lesen oder eben Akteneinsicht beantragen willst.Bevor du das tust, möchte ich dich aber eindringlich davor warnen, sich blauäugig die Akten einfach mal so kommen zu lassen. Das sollte vorher gut abgewogen und überlegt werden. Denn selbst wenn die Akte nur aus ein paar Blättern bestand, konnten diese wenigen Seiten eine vormals intakte Familie zerstören.Viele Menschen unterschätzen, dass man in den Akten Dinge über engste Freunde, Arbeitskollegen oder sogar Familienmitglieder lesen könnte, die man lieber nicht gewusst hätte.Also: Bevor du den Antrag stellst, frage Dich: Bin ich bereit für die Wahrheit? Kann ich mit den Konsequenzen leben? Und habe bitte immer vor Augen, die Akten können lebenslange Gewissheiten zerstören.Wie der Inhalt einer solchen Akte aussieht, siehst du unten an den von mir eingestellten Seiten aus meiner Stasi – Akte. Und wie du siehst sind da auch zwei IM-Berichte, mit denen du in deiner Akte – falls eine existiert – auch rechnen musst.Hast du dich dazu Entschlossen die Einsicht in deine Stasi – Akten zu beantragen, dann folge bitte einfach dem Link, der dich direkt zu den Informationen und zum Antrag auf die Seite des Stasi – Unterlagen – Archivs führt.Kleine FAQ=> Wie lange dauert der Antrag auf Akteneinsicht?Bei mir dauerte es damals nur ein paar Wochen, aber aktuell wird ja umgebaut, da kann es schon länger dauern ( siehe Link)=> Was kostet die Stasi-Akteneinsicht?Meist kostenlos für Betroffene und so war es auch bei mir.=> Was ist ein IM-Bericht?Das ist ein Protokoll über Informationen, die ein Inoffizieller Mitarbeiter (IM) heimlich an die Stasi geliefert hat. Er dokumentiert den Verrat durch Vertrauenspersonen – oft bis ins kleinste private Detail. In der Akte sind diese Berichte meist die belastendsten Entdeckungen.Hast du weitere Fragen zu diesem komplexen Thema, dann zögere nicht mir zu Schreiben. Ich helfe immer gerne, wenn ich kann. Übrigens: "Auch für Angehörige von Verstorbenen ist die Einsicht oft möglich"Die Akten geben nur die Sicht der Täter wieder. Wenn du wissen willst, wie sich die Überwachung und die Haft in Bautzen tatsächlich angefühlt haben und wie mein Weg in die Freiheit 1984 aussah, dann lies meine persönlichen Schilderungen in „Die Geschichte eines Fotos“. Gehe einfach auf "Home" zurück. Danke

Verhör der Kripo im Auftrag der STASI

Einschätzung STASI Oberst über mich zu meiner Inhaftierung in Bautzen

Ausreiseantrag DDR

STASI - IM "Wolf"

Ermittlungsbogen der STASI

STASI - IM Andreas

Stasi Unterlagen Archiv zu den Schwärzungen in den Dokumenten und dem IM Wolf

Die STASI gibt auf - ich habe gwonnen

Rehabilitierung 1997
Die Wende
35. Jahrestag der Deutschen Einheit und meine Gedanken hierzuGleich vorweg: Für mich ist die Wiedervereinigung in großen Teilen gescheitert! Und das hat natürlich viele Gründe.Zum einen liegt es an der Presse, die gleich 89/90 in die Vollen ging und den doofen Ossi erschuf. Wer erinnert sich nicht an „Zonen - Gabi“ dieses widerwärtige Drecksbild, bei dem mir vor Wut die Luft weg blieb. Im Laufe der Zeit steigerte sich dann dieser Wahn noch und heute wird der Ostdeutsche, als geistig zurückgebliebener rechtsradikaler Vollpfosten hingestellt, der zu Dumm ist um bis Drei zu zählen.Das die Kinder dieser angeblich so dummen Menschen jedes Jahr aufs Neue bei PISA die ersten Plätze erreichen und die West Kinder in die Schmuddelecke schicken, scheint der Presse Jahr für Jahr zu entgehen. Schöner Widerspruch, der sofort klar und deutlich zeigt, dass die Presse hier wohl gründlich indoktriniert ist.Und diese Demütigungen gehen immer weiter, denn was zur Hölle soll denn bitte der Ostbeauftragte der Bundesregierung sein? Was soll denn sein Auftrag sein? Den Ostdeutschen zu erklären, wie man lebt, arbeitet und wählt? Das wissen die selber und haben die auch schon immer gewusst. Und warum gibt es eigentlich keinen Westbeauftragten der Bundesregierung? Da die Westdeutschen alles wissen und so schlau sind?Und gut, ja wir haben heute blühende Landschaften in Ostdeutschland. Wer Görlitz und Quedlinburg zu DDR Zeiten gesehen hat, weiß was ich meine. Da hat Kohl nicht zu viel versprochen, aber es hat doch sehr lange gedauert. Was wir aber nicht haben, sind wirtschaftsstarke Großunternehmen die für breiten Wohlstand im Osten sorgen. Stattdessen haben wir in den Spitzen der Unternehmen, in den Behörden und sogar in den Universitäten nur Westdeutsche in den Führungspositionen sitzen.Und sie sterben nicht aus, da sie „ihre Seilschaften“ aus dem Westen nachgezogen haben, denn klar – mit einem Spitzengehalt – lässt es sich auch im dunklen, rechten Osten verdammt gut leben. Hier gibt es dringend Handlungsbedarf, aber ich sehe nicht, wie man das ändern könnte?Ich bin Baujahr 1960, habe 24 Jahre in der DDR gelebt und lebe mittlerweile 41 Jahre im Westen. Ich kenne also beide Seiten und bin auch oft in der alten Heimat zu Besuch, rede dort mit vielen Menschen und bin immer wieder erstaunt, dass so viele Ostdeutsche zwar schlecht über den Westen reden, aber noch nie da waren. Und andersrum ist es ganz genau so. Hier liegt meines Erachtens auch Problem.Als ich damals 1984 in die BRD kam und mich dort sehr gut eingelebt hatte, fiel mir bei all meinen Arbeitskollegen als erstes auf, in was für einem großen Wohlstand sie lebten. Kein Wunder, denn ihr Eltern kannten seit 1949 nur eine Richtung. Steil nach oben.Da wurden Häuser gebaut, Eigentumswohnungen und Grundstücke gekauft, vererbtes Geld in hohen Beträgen in Festgeld für 8,5 % Zinsen angelegt. Kurz es ging ihnen allen sehr gut. Als 1989 die Wende kam, änderte sich für sie nichts. Überhaupt nichts. Ihr Leben ging weiter, als wäre nichts geschehen und für sie geschah ja auch nichts.Auf der anderen Seite, war es natürlich ganz anders. Die DDR Bürger konnten sich seit 1949 nur einen sehr bescheidenen Wohlstand erarbeiten. Die aller wenigsten konnten sich ein eigenes Haus bauen, ein Schrebergarten war schon was tolles. Noch eine Neubauwohnung und ein Trabant, dann war man schon zufrieden. Noch ein paar Tausend Mark auf dem Konto, aber das war es dann auch und man hatte einen sichern Arbeitsplatz.Mit der Wende änderte sich für die Ostdeutschen dann plötzlich alles. Es gibt wohl kaum eine Familie die von den nun folgenden tiefen Einschnitte, den Brüchen in den Biographien nicht betroffen waren. Nach der Währungsunion, die die Ostdeutschen selber alle wollten, brachen plötzlich die Arbeitsplätze weg. Millionen wurden über Nacht arbeitslos und fanden sich plötzlich in den total überforderten Arbeitsämtern wieder.Die paar Tausend Ost Mark, die sie in D Mark hatten umtauschen können, halfen dann auch nicht lange. Irgendwann zog plötzlich die Armut ein, wo vorher ein bescheidener Wohlstand herrschte und eben Sicherheit. Nämlich die Sicherheit das an jedem Monatsende Geld aufs Konto kam und der Arbeitsplatz unantastbar war. Füllte man sich vorher als wertvolles Mitglied der Gesellschaft, so war man nun nur noch einer der vielen Arbeitslosen, die auf den Ämtern um jeden Pfennig betteln mussten.Diese heftigen Brüche in den Biographien der Ostdeutschen mussten die Westdeutschen nie erleben und auch nicht den Arbeitsplatzverlust. Diese schwere Bürde tragen die Ostdeutschen heute noch und ich kann auch nicht erkennen, wie sie in der breiten Masse diese Defizite aufholen sollen?Die Westdeutschen wissen davon so gut wie nichts und bedienen nur allzu gerne die Klischees der dummen Ossis, die immer noch von der Presse verbreitet werden.
Außerdem verloren viele Ostdeutsche im Zuge der Wende nicht nur ihre Arbeit, sondern das "vermeintlich" eigene Haus und oft das Grundstück gleich noch mit dazu, da die ehemaligen Besitzer aus dem Westen ihre Ansprüche dann geltend machten. Und hier muss ich die Westdeutschen mal in Schutz nehmen, denn Schuld waren nicht sie, sondern die DDR Behörden, die "fremdes" Eigentum einfach so verkauften, verpachteten oder vermieteten. Das ändert aber auch nichts daran, dass die breite Masse der Westdeutschen auch solche Enteignungen nie erleben mussten.Von der vernichtenden Arbeit der Treuhand wollen wir erst gar nicht sprechen. Das Ergebnis ist hinreichend bekannt und die Einzelheiten würden ganze Bibliotheken füllen. Klar ist heute, es ging Alles viel zu Schnell, wurde überstürzt und übers Knie gebrochen. Die Südkoreaner, die das alles aus der Ferne sehr, sehr aufmerksam beobachtete haben werden es hoffentlich mal anders machen.Wenn ich heute im Osten unterwegs bin und mit meiner Generation rede, so höre ich auch immer wieder die selbe Meinung. Die DDR wollen sie nicht wieder haben, denn sie haben nicht vergessen, wie es war stundenlang für irgend welchen Müll anzustehen und so ihre wertvolle Lebenszeit zu verplempern. Was sie aber wollen, ist eine gewisse soziale Sicherheit, die es aber eben so nicht mehr gibt. Jeder muss sich selber kümmern und das fällt vielen noch heute so unendlich schwer, denn vorher war ja in der DDR alles geregelt. Von der Wiege bis ins Grab.Spricht man über soziale Sicherheit, kommt in meiner Generation auch sofort das Thema Rente auf und die Wut darüber, dass man fast keine Rente bekommt. Die meisten sind in der Wendezeit ja völlig unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten und kamen da nie wieder so richtig raus. Da gibt es natürlich viel Bitterkeit, denn viele haben sich ihren Lebensabend ganz anders vorgestellt. Auch hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf, aber auch davon kann man bestenfalls träumen.Und dann natürlich das Thema „Aufarbeitung“ das mir persönlich so am Herzen lag und die niemals statt gefunden hat. Ich hatte ja schon mal darüber berichtet, möchte es hier aber nochmals übernehmen, das es hier so gut her passt. 35 Jahre danach. Denkt man heute an die Wiedervereinigung, so kommt einem meist zuerst der Begriff „ Treuhand“ in den Sinn und die große Aufregung, die damals deswegen im ganzen Osten herrschte. In all diesem „Getöse“ ging eins völlig unter. Nämlich die Aufarbeitung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in der DDR begangen wurden.Von einigen wenigen Fällen abgesehen, wurden niemals angeklagt:=> Die Verbrecher der STASI, die das eigene Volk gnadenlos verfolgten=> Die Staatsanwälte und Richter, die völlig unschuldige Menschen anklagten, verurteilten und hinter Gittern brachten=> Die IMs der STASI, die freiwillig und völlig ohne Zwang mit ihren Berichten halfen, unschuldige Menschen, zumeist sogar ihre eigenen Nachbarn oder Arbeitskollegen, hinter Gittern zu bringen=> Die Erzieher und Erzieherinnen der Jugendwerkhöfe, die ihre „ Schutzbefohlenen“ vergewaltigten, drangsalierten und teilweise bis in den Selbstmord trieben=> Die Wärter und Wärterinnen der Gefängnisse, diese „Trottel in Uniform“ die ihre Macht selbstherrlich auskosteten und der Gewalt unter den Häftlingen keine Einhalt geboten, sondern diese sogar förderten=> Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Jugendämter, die der STASI bei Zwangsadoptionen und Kindesentzug halfen=> Die Psychologen, die unschuldige Menschen auf Befehl der STASI in den Irrenanstalten einfach so wegsperrten=> Die Angehörigen der VP und Bereitschaftspolizei, die am 07. Oktober die Menschen in Leipzig von der Straße prügelten und in Pferdeställen inhaftierten=> Und nicht zuletzt die Mörder in Uniform, die Menschen an der Grenze erschossen haben.Fast alle diese Verbrechen blieben ungesühnt, straffrei und oft blieben die Täter sogar in „Amt und Würden“. Wie konnte das passieren? Man versetze sich einmal in die Lage eines ehemaligen politischen Häftlings der in den 90er Jahren auf einem Amt, plötzlich seinem ehemaligem Peiniger gegenüber saß, der dort auf einer gut dotierten Stelle wieder das Sagen hatte. Wie konnte man das nur zulassen?Schuld daran, war die SPD! Wie das? Die „Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen“ in Salzgitter, war zu BRD Zeiten für die Erfassung genau dieser Verbrechen, also für die begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der DDR zuständig. Wie viele Menschen heute gar nicht mehr wissen, hat die SPD – und ja wieder einmal die SPD – schon zu DDR Zeiten 1984 darauf gedrängt, diese Erfassungsstelle zu schließen und aufzulösen.Bereits 1988 stellten die sozialdemokratisch regierten Bundesländer und West-Berlin schrittweise die Mitarbeiter und die Finanzierung der Behörde in Salzgitter ein. 1992 hatten sie dann endgültig ihr Ziel erreicht. Die Erfassungsstelle wurde geschlossen, die über 42.000 Akten wurden in das Bundesarchiv nach Koblenz ausgelagert. Die SED Täter und Verbrecher nie belangt. Wie konnte die kurz darauf folgende Kohl – Regierung das nur zulassen? Wieso wurde nicht aufgeklärt und angeklagt? Wieso wurden diese Verbrecher nicht abgeurteilt?Die vielen ehemaligen politischen Häftlinge – von denen ja noch viele leben – wurden gründlich vergessen. Sie haben keine Lobby und finden bestenfalls als „Staffage“ am 3. Oktober für irgendwelche Politiker statt. Viele von Ihnen kämpfen heute noch – 35 Jahre danach – um Anerkennung ihrer schweren haftbedingten Leiden gegen eine unbarmherzige Bürokratie an, die Beweise sehen will, die entweder nicht existieren – da sie vernichtet wurden – oder schlicht nicht zu erbringen sind.Wie beweist man zum Beispiel schlaflose Nächte, in denen man von einer Panikattacke nach der anderen gejagt wird? Viele der ehemaligen politischen Häftlinge konnten bedingt durch ihre Leiden auch nicht oder nur teilweise arbeiten, so dass sie oft heute im Alter gleich noch einmal mit Altersarmut bestraft werden, während ihre Peiniger hohe Renten bekommen. Da hilft auch die mickrige „Opferrente“ von nun 400 Euro im Monat nicht viel. Was für eine Schande für diesen Staat. Die Opfer vergessen, die Täter belohnt.
Vergesst mir bitte diese tapferen Menschen nicht, die bewusst im Widerstand gegen einen Verbrecherstaat, oft alles riskiert und gegeben haben. Manche sogar ihr Leben. Sie haben – jeder für sich – entscheidend an dieser Wende mitgewirkt und dann oft aus dem Westen heraus die Fäden gezogen und zum Untergang diese Verbrecherregimes beigetragen. Ich möchte hier als Beispiel Roland Jahn nennen, den ich sehr schätze und respektiere.Als dann die STASI Unterlagen Behörde gegründet wurde, forderten viele ehemaligem DDR Bürger ihr Akten an, ohne sich wohl so richtig darüber im Klaren zu sein, was die STASI wirklich getrieben hat. In wohl nicht wenigen Fällen, kam dann das böser Erwachen, als man Muster, Begegnungen. Familienfeier zuordnen konnte und mit Entsetzen feststellte, dass einen die eigene Verwandtschaft hin gehangen hat.Daran sind noch im Nachgang nicht wenige Familien zerbrochen.Auch eine Erfahrung, die die Westdeutschen nicht machen mussten. Und ich warne immer eindringlich davor, sich blauäugig die Akten einfach mal so kommen zu lassen. Das sollte vorher gut abgewogen und überlegt werden.Und noch ein Thema, von dem die wenigsten Menschen heute etwas wissen. Ich habe damals als politisch interessierter Mensch von der Bundesregierung erwartet, dass die Verfassung der BRD überarbeitet und die Ostdeutschen, ihre Befindlichkeiten, ihre Lebensweise und ihre Lebenserfahrungen in die Verfassung mit einbezogen werden.
Und es gab tatsächlich 1990 eine Verfassungsdebatte, in der man aber gar nicht erst versuchte die von mir vorgebrachten Argumente umzusetzen, sondern nur diskutierte, wie man schnell und möglichst unkompliziert die Wiedervereinigung in „trockenen Tücher“ bringt, denn – wie bekannt – war das Zeit Fenster dafür nur sehr klein und man wusste nicht, wie die Russen sich weiterhin verhalten würden.Alles nachvollziehbar und auch Richtig. Aber man hätte es wohl auch anders lösen können, besonders dann später in der Nachwendezeit. Heute stelle ich bei den jungen Menschen in Ostdeutschland die Tendenz fest, den Osten und somit die DDR, zu verklären. Simson, DDR Fahne und der Trabi sind Kult und Ausdruck einer gewissen Lebensweise und Rückbesinnung, die bei diesen jungen Leuten eigentlich gar nicht existieren dürfte, denn oft wurden sie erst lange nach der Wende geboren.Dieses „ Es war nicht alles schlecht“ gehört zu diesem Kult dazu. Was ich davon halten soll? Ehrlich gesagt, bin ich damit etwas überfragt, oder anders gesagt: Die Zukunft wird es zeigen. Im Westen sieht es nicht viel besser aus, denn für die Jugend hier ist der Osten rechts und da fährt man nicht hin. Hier fällt die permanente Hetze der Medien gegen die Ostdeutschen auf fruchtbaren Boden und kann ebenfalls nur als sehr gefährlich eingestuft werden. Eine erneute bedenkliche Spaltung wird hier also sichtbar, die sich hoffentlich nicht noch vertieft.Meine Tochter hingegen ist ein echtes „Wossi“ Mädel. Im Westen geboren, ostdeutsch sozialisiert, lebt und arbeitet im Westen und liebt Ostdeutschland. Sie hat eine West und Ost Heimat. Einmal in Niederbayern und einmal in Sachsen. Und sie kommt in beiden „Welten“ problemlos klar.Und ganz klar, ich würde mir mehr solche Wossis wünschen, die beide Seiten in sich vereinigen und sich somit einfach nur als Deutsche fühlen.
Hoheneck 1983 – Die Geschichte meiner Frau Tess und ihre Haft im Frauengefängnis
Von Gießen aus ging es nun also mit dem Bus nach Bayern in ein Übergangswohnheim. Im Bus fiel mir gleich eine junge Frau auf. Sie saß alleine und ich machte nicht lange rum, sondern fragte ob
ich mich zu ihr setzen könnte? Ich Durfte und gar nicht lange darauf waren wir schon im Gespräch. Klar wir waren alle noch sehr Euphorisch und so schmiedeten wir Pläne, was wir nun wohl alles
anfangen würden. Sie hieß Theresa – ein recht ungewöhnlicher Name für die DDR – war 22 Jahre alt und ich nannte sie einfach kurz Tess, was ihr gut gefiel.Über die Plauderei hinweg verging die Zeit wie im Flug und ehe es wir uns versahen, kamen wir auch schon vor dem Heim an. Dort wartete schon die Heimleitung und verteilte die Neuankömmlinge auf verschieden Wohnungen. So wurde ich erst mal von Tess getrennt und zog in meine Wohnung ein.Ich hatte Glück und war alleine in der Wohnung, was sich später dann aber änderte. Es war eine 3 Zimmer Wohnung. In jedem Zimmer stand ein Bett, ein großer Schrank, ein Tisch und zwei Stühle.
Im Schrank Decken und Bettwäsche. Es konnten also 3 Personen in der Wohnung wohnen. In der Küche gab es einen Kühlschrank, einen Herd und in einem Küchenschrank ein paar Teller, Tassen Pfannen und Töpfe. Und das war es dann auch schon. Im Keller gab es mehrere Waschmaschinen, die mit Geldstücken funktionierten und aus die Maus. Nix Catering, wir mussten gleich selber klar kommen. Laut Heimleitung gab es nur 300 Meter entfernt den Berg runter einen großen Supermarkt, wo es alles gab und dann musste man halt klar kommen. Für diesen Abend gab es
belegte Sandwichs und Fanta. Fertig.Am nächsten Morgen suchte ich nach Tess und Tess suchte mich. War lustig, denn wir verfehlten uns wohl ein paarmal. Endlich gefunden, gingen wir zusammen Einkaufen. Den Kulturschock hatte
ich schon in Gießen hinter mich gebracht, musste mich aber immer noch dran gewöhnen, dass es eben einfach alles gab. Wir kauften schnell von den paar DM die wir noch hatten, etwas ein, denn
wir wollten nun in die Stadt. Die Eile war geboten, da wir ein Konto eröffnen und zum Arbeitsamt mussten, um uns Arbeitslos zu melden. Alles funktionierte relativ unkompliziert und wenn nicht,
halfen die immer freundlichen Mitarbeiterinnen. Uns wurde mitgeteilt, dass das Arbeitslosengeld sehr schnell auf dem Konto wäre, da wir ja völlig mittellos waren. Und tatsächlich war nach nur 3
Tagen das Geld schon da. Ich war erstaunt, denn ich bekam 740 DM Arbeitslosengeld. Tess 580 DM. Wir waren baff, denn das war mehr, als wir in der DDR verdienten.Nach dem ereignisreichen Tag, traute ich mich Abends tatsächlich noch zu Tess, denn eigentlich waren wir vom vielen Laufen ganz schön kaputt. Ich klingelte an ihrer Türe und eine ältere Frau, die mit Tess zusammen wohnte, machte mir auf. Ich fragte nach Tess und sie sagte nur trocken, Gang bis nach hinten, links. Ok, ich klopfte zögerlich und leise an die Türe. Wusste ja nicht, ob sie schon schlief? Aber nein sie schlief nicht und öffnete die Türe. Sie hatten eine Schlafanzug an, sah zuckersüß aus, packte mich vorne am Hemd, zog mich ins Zimmer und war 30 Sekunden später
ohne Schlafanzug. Wir waren ja beide noch vor nicht all zu langer Zeit in der Haft gewesen und dementsprechend wild ging es dann gleich zur Sache.Eines Abends nach dem Sex, lagen wir eng aneinander gekuschelt da, als Tess plötzlich leise anfing von Hoheneck zu erzählen. Mir gefror förmlich das Blut in den Adern, denn ich hatte von den fürchterlichen Zuständen in Hoheneck schon gehört. Tess hatte zwar „nur“ 7 Monate Haft bekommen, aber dann halt gleich im härtesten Frauenknast der DDR zu landen, war schon ne
Hausnummer. Sie erzählte von den unglaublichen Haftbedingungen, denn Frauen hatten nun mal besondere Bedürfnisse, auf die Null Rücksicht genommen wurde.Es gab fast keine Hygieneartikel und was Frauen eben eigentlich alles so brauchten, praktisch gar nicht. Sie mussten in 3 Schichten hart arbeiten. Die verschiedenen Abteilungen wurden „Planeten“
genannt, über die weibliche „Kapos“ wachten. Sogenannte Langstrafer, die dort das Sagen hatten. Also Planet 1, Planet 2 und so weiter. Die Frauen mussten auf Norm arbeiten und wenn sie die nicht schafften, wurden sie auf unterschiedlich Weise bestraft. Viele junge Mädchen, die eingeliefert wurden, wurden gleich am ersten Abend in der Dusche von mehreren Frauen vergewaltigt. Oft mit Besenstielen und ähnlichem.Tess schauderte, als sie mir davon erzählte.Die Schreie der jungen Frauen, die brutal auch anal vergewaltigt wurden interessierten die „Wachteln“ überhaupt nicht. Die Wächterinnen wurden wie auch die Wächter in Bautzen zum Beispiel, geringschätzig überall in der DDR als Wachteln bezeichnet. Es ärgert mich heute noch, dass diese geistigen Tiefflieger, die hellsten waren sie ja alle nicht, dass also diese „Trottel in Uniform“ wie ich sie nannte, nach der Wende, bis auf einige wenige Ausnahmen (der rote Terror von Cottbus) nicht zur Verantwortung gezogen wurden. Tess entkam diesem Schicksal, denn sie war nicht Dumm und begriff gleich am ersten Tag wie der Hase in Hoheneck lief.Als sie mit einer Wachtel den Gang zu ihre Gemeinschaftszelle lang ging, sah sie zwei Frauen die an der Wand lehnten und sich küssten. Aber eben nicht flüchtig, sondern es war ein heftiger
Zungenkuss. Auf Zelle angekommen, wurde Tess gleich von einer großen resoluten Frau ins „Auge gefasst“ wie Tess sich ausdrückte. Eine andere machte Tess sofort an, von wegen und „Na Du Hübsche, hast Du schon mal ne Muschi geleckt?“ und wollte Tess anfassen.Tess wandte sich mit ihrem Blick verzweifelt an die große Frau, die auch sofort einschritt und die andere davon jagte. Die Frau verkündete dann laut, dass Tess unter ihrem Schutz stehen würde und jede die ihr an die Wäsche gehen wolle, es mit ihr zu tun bekommen würde.Tess war gerettet, allerdings um den Preis, dass Tess ihrer „Beschützerin“ dann wirklich die Muschi lecken musste.Sie fügte dann noch ganz leise hinzu, ich musste das aber tun, ich bin ja nicht lesbisch und ich streichelte sie und sagte: "Ja, dass weiß ich doch, ich habe in Bautzen ähnliches erlebt“ und hielt sie noch fester.Tess weinte dann ein bisschen, war dann aber auch irgendwie erleichter und wollte nochmal Sex mit mir haben. Danach wollte sie wissen, wie das in Bautzen abging und ich erzählte ihr alles.Sie war erstaunt, wie ähnlich es da zuging und Vergewaltigungen auch da an der Tagesordnung waren. Und sie war sehr froh, dass mir das nicht passiert war, da ich mich auch aus der Bredouille ziehen konnte.Soweit der Auszug aus meinem Buch " Die Geschichte eines Fotos"und wer wissen will, was davor und danach geschah, bekommt in meinem Buch einen ungeschönten und ernüchternden Einblick in die damalige Zeit.P.S. 1997 schenkte mir Tess unsere wunderbare, wunderschöne Tochter und wir genießen heute gemeinsam unseren wohlverdienten Ruhestand.Foto: Tess noch in der DDR mit 19 Jahren, kurz vor der Inhaftierung










